
Unter dem folgen link können Sie das Interview für den Deutschlandfunk anhören

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AM 19. September wurde auf dem „Markt der Möglichkeiten“ die Gelegenheit geboten, sich über unterschiedliche Beratungs-, Unterstützungs-, Wohn- und Pflegeangebote zu informieren, ebenso gab es Anregungen zur Freizeitgestaltung.
Auch die Alzheimer Gesellschaft Bonn/Rhein-Sieg e.V. war mit einem Stand vertreten und konnte durch fachkundige Beratung weiter helfen.



Alzheimer-Antikörper BAN2401, jetzt bekannt als Lecanemab, im
Zulassungsverfahren
Zusammenfassung von Prof. Dr. Anja Schneider, DZNE (in Anlehnung an www.alzforum.org)
Hintergrund:
BAN2401 ist ein Antikörper, der sich gegen große, lösliche Aβ-Protofibrillen richtet, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung stehen. In Mausmodellen der Alzheimerkrankheit konnte BAN2410 Nervenzellen schützen. Eisai lizenzierte BAN2401 und ging mit Biogen eine Partnerschaft für die gemeinsame Entwicklung ein. Es folgten mehrere klinische Studien.
Ergebnisse:
In Phase-1-Studien wurden Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik von BAN2401 bei Menschen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Krankheit getestet. Der Antikörper war gut verträglich, hatte aber nur eine kurze Halbwertszeit. Die Phase-2-Studie zeigte nach 18 Monaten bei der höchsten Antikörperdosis eine deutliche Verlangsamung des kognitiven Abbaus und eine deutliche Verringerung der Amyloid-Ablagerungen im Gehirn.
An der 2019 begonnenen Phase-3-Studie Clarity AD nahmen über 1.500 Teilnehmer teil. Positive Ergebnisse im September 2022 zeigten die Wirksamkeit von Lecanemab bei der Verlangsamung des kognitiven Abbaus und der Reduzierung von Amyloid im Gehirn. Berichte über unerwünschte Ereignisse, darunter Hirnblutungen, gaben jedoch Anlass zur Sorge.
Zulassung:
Im Januar 2023 erhielt Lecanemab die FDA-Zulassung in den USA im Rahmen des beschleunigten Zulassungsverfahrens, das auf dem Nachweis der Amyloid-Entfernung in der Phase-2-Studie und der hinreichenden Wahrscheinlichkeit eines klinischen Nutzens beruhte. Es wird seitdem unter dem Markennamen Leqembi verkauft. Die FDA erteilte die traditionelle Zulassung im Juli 2023 für die USA. Im März 2023 zeigten die zusätzlichen Wirksamkeitsdaten der Clarity-Studie Vorteile bei der Lebensqualität und der Belastung der Pflegekräfte. Im Juni 2023 dann erteilte die FDA Lecanemab eine herkömmliche, vollständige Zulassung. Die Zulassung für Lecanemab in der EU erfolgte im April 2025
Vorteile von Lecanemab:
Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten: Klinische Studien, insbesondere die Phase-3- Studie Clarity AD, haben gezeigt, dass Lecanemab den kognitiven Abbau verlangsamen kann. Die höchste Antikörperdosis zeigte eine signifikante, wenn auch moderate, Verringerung des kognitiven Abbaus, gemessen mit verschiedenen kognitiven Bewertungsinstrumenten wie dem Clinical Dementia Rating Sum of Boxes (CDR-SB), ADAS-Cog14 und ADCOMS.
Amyloid-Entfernung: Der primäre Wirkmechanismus von Lecanemab besteht in der Entfernung von Amyloid-Plaques aus dem Gehirn. Die Phase-2-Studie zeigte eine deutliche Verringerung von Amyloid im Gehirn um bis zu 93 Prozent, was auf eine mögliche krankheitsmodifizierende Wirkung hindeutet.
Positive Ergebnisse bei der Lebensqualität: Weitere Wirksamkeitsdaten aus der Clarity- Studie zeigten Vorteile, die über kognitive Messungen hinausgehen. Self Reporte Outcomes zeigten eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Verringerung der Belastung für pflegende Angehörige. Diese breitere Wirkung deutet auf potenzielle Vorteile für das allgemeine Wohlbefinden der mit Lecanemab behandelten Personen hin.
Verlangsamung der Tau-Akkumulation: Post-hoc-Analysen der Tau-PET-Teilstudie von Clarity deuteten auf eine signifikante Verlangsamung der Anhäufung von Tau-Tangles im medialen Temporallappen hin.
Risiken:
Unerwünschte Ereignisse: Berichte über unerwünschte Ereignisse, einschließlich Hirnblutungen, gaben Anlass zu Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Lecanemab. Amyloidbedingte Bildgebungsanomalien (ARIA-E: Hirnschwellung, ARIA-H: Blutung) traten bei ca. 12% (ARIA-E) bzw. 17.3% (ARIA-H) der mit Lecanemab behandelten Studienteilnehmer auf. Während die meisten ARIA-Ereignisse asymptomatisch waren, traten bei einigen Personen leichte und vorübergehende Symptome auf. Ein kleiner Prozentsatz wies schwere Symptome auf.
Todesfälle durch Hirnblutungen: In der offenen Zulassungserweiterung von Lecanemab wurden drei Todesfälle durch Hirnblutungen gemeldet, was Anlass zur Sorge über mögliche schwere Komplikationen im Zusammenhang mit der Behandlung gibt. Laufende Forschung und die Überwachung nach der Markteinführung werden von entscheidender Bedeutung sein, um die langfristigen Vorteile und Risiken dieser neuartigen Alzheimer-Therapie besser zu verstehen. Die regelmäßige Überwachung, die richtige Auswahl der Patienten und die fortlaufende Bewertung des Sicherheitsprofils sind wesentliche Bestandteile der laufenden Behandlung von Patienten, die Lecanemab erhalten.
Verfügbarkeit in Deutschland:
Mit einer Verfügbarkeit ist frühestens Herbst 25 zu rechnen.
Lecanemab wurde für Patienten mit leichtem kognitivem Defizit oder milder Alzheimer Demenz zugelassen. Der Nachweis einer Alzheimerpathologie entweder mittels Nervenwasser- oder Amyloid-PET Untersuchung ist zwingend vorgeschrieben. Leqembi darf nicht für Personen verschrieben werden darf, die Antikoagulanzien einnehmen (Thrombozytenaggregationshemmer wie ASS sind erlaubt), oder an vorbekannten Gerinnungsstörungen, Schlaganfällen im Jahr vor Therapiebeginn oder Krampfanfällen leiden. Ebenfalls von der Therapie ausgeschlossen sind APOE4-homozygote Patienten. Dies macht eine genetische Testung vor Therapiebeginn erforderlich.
Die Therapie wird als Infusion verabreicht (alle 2 Wochen) und ist aktuell nur in spezialisierten Zentren möglich. Während der Therapie werden regelmäßige MRT Untersuchungen durchgeführt, um mögliche Nebenwirkungen (ARIA) zu erfassen.
Bei Interesse an dieser Therapie können Sie sich an die Klinik für Alterspsychiatrie und Kognitive Störungen am Universitätsklinikum Bonn
gedaechtnisambulanz@ukbonn.de

Damit diejenigen, die vergessen, nicht vergessen werden
Mit einer eindrucksvollen Jubiläumsveranstaltung im Kunstmuseum Bonn feierte die Alzheimer Gesellschaft Bonn/Rhein-Sieg e. V. vergangenen Mittwoch ihr 25-jähriges Bestehen. Rund 170 Gäste waren gekommen, um gemeinsam ein starkes Zeichen für gelebte Fürsorge und Menschlichkeit zu setzen. Seit einem Vierteljahrhundert engagiert sich die Gesellschaft für Betroffene und deren Angehörige – mit Beratungen, Selbsthilfegruppen und Netzwerkarbeit.
Langjährige Kooperation mit Wirkung
Als verlässlicher Anker für Betroffene in der Region hat die Alzheimer Gesellschaft ihren Hauptsitz seit 2019 am Johanniter-Krankenhaus Bonn. Die damit einhergehende enge Verbundenheit zeigt sich allerdings nicht nur auf räumlicher, sondern vor allem auch auf inhaltlicher Ebene: „Mit einem zukunftsweisenden Blick für die kontinuierlichen Veränderungen unserer Gesellschaft sind die Themen Altersmedizin, Demenzsensibilität sowie bedarfsgerechte Versorgung älterer Menschen fest mit unserer Arbeit verwoben“, betonte Andreas Heuser, Krankenhausdirektor der Johanniter-Kliniken Bonn, in seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung. Dies zeige sich auf vielfältigen Ebenen: von der Etablierung demenzsensibler Strukturen über die Einrichtung neuer Selbsthilfegruppen bis hin zu der aktuellen Ausstellung im Rheinflügel des Johanniter-Krankenhauses – ein durch die Robert Bosch Stiftung gefördertes Projekt, das Bildikonen des kollektiven Gedächtnisses nutzt, um Erinnerungen zu wecken und Begegnung zu fördern.
Medizinische Exzellenz und persönliches Engagement
Ein besonderer Dank galt Prof. Dr. Andreas Jacobs, Chefarzt der Geriatrie mit Neurologie und Tagesklinik am Johanniter-Krankenhaus Bonn und seit 2019 zudem Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft. Mit seiner medizinischen Expertise und seinem engagierten Einsatz prägt er seit vielen Jahren sowohl die umfassende Versorgung betroffener Menschen in Bonn und Umgebung, als auch die Ausrichtung der Johanniter-Kliniken: „Getragen von hoher fachlicher Kompetenz ist die Altersmedizin bzw. Geriatrie bereits seit Langem eine feste Säule unserer Klinikstrategie. Gemeinsam mit dem Neurologischen Rehabilitationszentrum Godeshöhe in Bad Godesberg decken wir heute das gesamte Spektrum der Versorgung älterer, oft mehrfach erkrankter Patientinnen und Patienten ab – menschlich zugewandt und zugleich auf höchstem Niveau moderner Medizin, Therapie und Pflege“, erläuterte Andreas Heuser.
Feiern, erinnern und vernetzten
Die Jubiläumsveranstaltung bot nicht nur Raum für Rückblicke, sondern auch für persönliche Gespräche, neue Impulse und Vernetzung. Musikalische Beiträge sowie die Uraufführung eines Kurzfilms über das ehrenamtliche Engagement im „Vorleser-Projekt“ der Alzheimer Gesellschaft Bonn rundeten das Programm ab. Damit wurde einmal mehr deutlich: Die bestmögliche Versorgung von Menschen mit Demenzerkrankungen gelingt nur im Miteinander – mit fachlicher Expertise, menschlicher Nähe und starken Partnern.















Demenz Nicht jetzt!
Autoren
Prof. med. Klaus Fliessbach und Dr. Katrin Wolf
Paperback, 176 Seiten, Herausgeber Stiftung Warentest, 1. Edition 18.Oktober 2024
Ratgeber, Nachschlagewerk, Sachbuch? Ja, zusammen gefasst ist es aber Mutmacher-Buch. Endlich mal ein Buch von einem Mediziner ( Professor Dr. med. Klaus Fliessbach ) und Medizinerin ( Dr. Katrin Wolf ) geschrieben, die es geschafft haben, die vielen Fachbegriffe und wissenschaftlichen Ergebnisse so zu übersetzen, dass es trotz des Themas Demenz eine Freude ist, dieses Buch zu lesen. Seite für Seite ist so begrifflich dargestellt, dass trotz negativer Besetzung des Wortes Demenz der Leser/innen nicht nur alles versteht und erklärt bekommt, sondern viele Möglichkeiten spürt, Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen.
Insofern wendet sich dieses hochinformative Buch nicht nur an Betroffene, sondern auch an deren Angehörige und Pflegende.
Für Professor Fliessbach ist unter anderem folgende Botschaft zum Thema Demenz wichtig: „Die Diagnose „Demenz“ ist natürlich erstmal schrecklich. Aber sie bedeutet keineswegs, dass man „seinem Schicksal komplett ausgeliefert“ ist. Demenz meint ein Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit, das so ausgeprägt ist, dass es einem im Alltag behindert. Mit einer Demenz in leichter Form kann man praktisch alles, was man sich für das höhere Lebensalter auch so wünscht: Mit Freunden gemeinsame Erlebnisse haben, Reisen, neue Erfahrungen machen. Ich möchte Mut machen, diese Aktivitäten aufrecht zu halten – auch wenn es dazu oft auch das soziale Umfeld braucht.“
Und genau das ist auch der Tenor des Buches, bestückt mit vielen klar gegliederten Vorschlägen, aktiv im Leben zu bleiben und teil zu haben.
Und noch ein wichtiger Hinweis von Professor Fliessbach zum Thema Überforderung der Angehörigen und der Diagnose Demenz: Angehörige
dürfen und sollen ihre Belastung äußern dürfen! Oft unterschätzen sie diese, oder möchten sie anderen Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten, aber auch den behandelnden Therapeut*Innen gegenüber nicht eingestehen. Als Angehöriger kann man aber selber nicht helfen, wenn man beispielsweise selber eine Depression entwickelt. Selbstschutz als Angehöriger ist daher auch immer eine Hilfe für den Patienten.
Das Buch liefert auf jeden Fall einen praktischen Leitfaden, der die Diagnose, verfügbare Medikamente zur Verbesserung der Symptome, neue Behandlungsansätze sowie eine Vielzahl nicht-medikamentöser Therapien erläutert. Ebenfalls werden auch rechtliche und sozialmedizinische Maßnahmen zur Unterstützung von Betroffenen und deren Angehörigen aufgezeigt.
Die Rezension wurde von Wolfgang Bornemann, Mitglied der Alzheimer Gesellschaft Bonn/Rhein-Sieg geschrieben.

Hier die Buchansicht
Sexualität ist ein zentraler Baustein der eigenen Identität. Sie bestimmt mit wie wir mit Intimität, Nähe, Privatheit und Distanz umgehen. Eine Demenz verändert das Erleben und Verhalten auch in diesem Bereich in unterschiedlichem Ausmaß. Dieses Infoblatt will helfen die Veränderungen zu verstehen und Hilfestellungen für den Umgang damit geben.
Hierzu hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ein Informationsblatt entwickelt. Unter dem nachfolgenden link können Sie dies herunter laden.
Wir möchten Sie auf die Online Vortragsreihe „Pflegende Angehörige im Blick“ aufmerksam machen. Hier werden verschiedene Themen aufgegriffen, die sich mit der Stärkung pflegender Angehöriger beschäftigen. Im Januar wird unter dem Motto „Stress lass nach!“ thematisiert, wie Angehörige mit Stresssituationen umgehen können und welche Strategien anwendet werden können, um diesen entgegenzuwirken.
Im Anhang befindet sich der Veranstaltungsflyer mit weiteren Informationen und der Möglichkeit der Anmeldung. Sollten Sie das Dokument nicht öffnen könne,
Die Vortragsreihe ist für Fachkräfte konzipiert, die im beruflichen Kontext mit pflegenden Angehörigen in Kontakt stehen. Flankiert wird dieses Angebot von der Online-Vortragsreihe „Zeit für mich“, die speziell für pflegende Angehörige entwickelt wurde. Diese wird zweimal jährlich angeboten und beinhaltet jetzt im Frühling das Vortragsthema „Stress lass nach!“ und zusätzlich als zweites Thema „Gutes Essen stärkt Körper und Seele“.
Eine Anmeldung ist unter dem folgenden Link möglich: https://eveeno.com/146643201 möglich
Der Arbeitskreis Demenz der Stadt Bonn hat ein kostenloses Kartenset zum Thema Demenz herausgegeben. Es richtet sich an Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind oder bei denen der Verdacht besteht, an deren Angehörige sowie alle Interessierten.
Selbsthilfe, Beratungsdienste, Bildung und Bewegung, Betreuungs- und Pflegedienste, Wohnberatung, ärztliche und klinische Angebote, Schulungen und kulturelle Teilhabe: Mit den 20 liebevoll gestalteten Karten möchte der Arbeitskreis Demenz die Vielfalt der Angebote in Bonn aufzeigen. Lokale Bildmotive sollen Erinnerungen wecken, als Gesprächsanlass dienen und dazu einladen, Kontakt aufzunehmen.
Die Kartensets sind für die Bürger*innen kostenlos und wurden ermöglicht durch Fördermittel der Landesverbände der Pflegekassen NRW. Sie können im Haus der Bonner Altenhilfe, Flemingstraße 2, abgeholt werden. Telefon 0228 – 77 66 99, E-Mail altenhilfe@bonn.de.
